gemeinsame Stellungnahme (Heimatliste Hollfeld​​, Kreistagsfraktion (mehrheitlich) und Kreisvorstand Bündnis 90/Die Grünen Bayreuth Land) anlässlich des Stadtratsbeschlusses in Hollfeld bezüglich Freiflächen-PV

Die Gelegenheiten zur Reduktion von CO2-Emissionen voranzutreiben und so einen Beitrag zum Übereinkommen der Klimakomission von Paris zu leisten ist das Gebot der Stunde. Dabei ist unser Ziel uns so stark einzubringen, wie dies die Gegebenheiten vor Ort erlauben: ein „warum immer wir“ oder ein Verweis auf das was andere sollten können und wollen wir, angesichts der Veränderungen, die sich mit Dürren und Naturkatastrophen bereits zeigen nicht gelten lassen: diese machen nicht Halt an den Grenzen unserer Region oder dem Gemeindegebiet der Stadt Hollfeld.

Durch die Nutzung regenerativer Energien wie Solarstromgewinnung kann hier vor Ort viel erreicht werden: dabei ist uns die differenzierte Betrachtung zur Eignung insbesondere von landwirtschaftlich genutzten Flächen wichtig. Die Stellungnahme wird getragen von der Heimatliste, (mehrheitlich) der Kreistagsfraktion und dem Kreisvorstand Bündnis 90 Die Grünen Bayreuth Land.
Daher unterstützen wir ausdrücklich das Vorhaben Freiflächenphotovoltaik zu errichten, wie im konkreten Fall auf dem Areal in Krögelstein, aus folgenden Gründen:

1. Der Stadt Hollfeld werden feste Zahlungen seitens des Betreibers zugesagt, die nicht gewinnorientiert sind.
Das sind im Fall der in Krögelstein auf 50ha angestrebten Anlage 250€/ha, also 12500€/Jahr, die in weitere soziale, ökologische und oder Klimaschutz-Projekte investiert werden können.
Es wäre überaus bedauerlich, wenn Hollfeld diese Gelegenheit, wie bei der Windkraft, verstreichen ließe.

2. Die Zusicherung von Bürgerbeteiligung und Einbindung der Hollfelder*innen werden, so gewünscht, zugesichert, so dass alle Hollfelder*innen selbst aktiv Nutznießende sein könnten.

3. Der Rückbau der Anlagen der PV-Module ist gesetzlich verankert und vertraglich zugesichert: auch hier entstehen keine Folgekosten für Gemeinde oder Verpächter. Der Rückbau ist im Vergleich zu Windrädern sehr schnell und rückstandsfrei möglich, da im vorgesehenen Fall keine Fundamente errichtet werden. Das Recycling erfolgt in dafür zertifizierten Betrieben.

4. Pro Umwelt, Grundwasser und Flächenschutz:
Für die Freiflächenphotovoltaik bleibt der Boden frei durch die Verankerung mit Stecksystem wird keine Fläche versiegelt.
Die Böden können sich erholen, da weder Pestizide noch Herbizide oder Düngemittel eingesetzt werden, wie dies bei der Produktion zur Energiegewinnung eingesetzter Pflanzen geschieht. Die Biodiversität erhöht sich unter den PV-Modulen, wie es die Umsetzung des novellierten Naturschutzgesetzes fordert. Dies kann durch das Anlegen von Heckenumrandungen als weiterer Lebensraum weiter unterstützt werden, die Landschaft erhält Struktur, unter Umständen mögliche Irritationen durch Blendung können so vermieden werden.
Zudem wirkt sich dies auch bezüglich der Nitratwerte positiv auf die Wasserqualität aus.
Es gibt keinerlei Emission: weder Schattenschlag noch Lärm, weder Geruchsbelästigung noch Belastungen der Verkehrswege beispielsweise durch Silagetransporte.

5. Zum Argument erhöhter Pachtpreise:
Sieht man sich die Entwicklung der Pachtpreise seit dem verstärkten Ausbau der Biogasanlagen durch das EEG an, so ist damit eine signifikante Erhöhung der Pachtpreise festzustellen. Auch die Betreiber von Biogasanlagen setzen die erhöhten Einnahmen aus der Energiegewinnung ein, sich weitere Flächen für den Anbau von Pflanzen zur energetischen Verwertung zu sichern. Diese Flächen werden fast ausschließlich für Maisanbau eingesetzt, dies ist der Artenvielfalt in mehrfacher Hinsicht abträglich.

6. Zum Argument die Flächen stehen nicht mehr für Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung:
Derzeit werden von der konkreten Fläche in Krögelstein bereits 58% für Maisanbau zur Energiegewinnung eingesetzt, ca. 1ha ist im Flächenstillegungsprogramm und ca. 20-25ha werden zur Futtermittelproduktion benutzt.

7. Nutzung von Dachflächen für PV-Anlagen:
Um die Eignung von Dachflächen festzustellen ist das vom Landratsamt erstellte „Solarkataster“ hilfreich: abgesehen davon kann und sollte man dies tun ohne das andere zu lassen: selbst die Nutzung aller Dachflächen ergäbe nicht den Stromertrag, den die Freifläche ermöglicht.

Gezeichnet

Heimatliste Hollfeld​​
Kreistagsfraktion (mehrheitlich) und Kreisvorstand Bündnis 90/Die Grünen Bayreuth Land

Kategorie

allgemein Kreisverband